État d’urgence: Klima, Umwelt und soziale Gerechtigkeit

Eine gemeinsame Herausforderung, eine gemeinsame Verantwortung

Der Klimawandel und der Zusammenbruch der Biodiversität gehören zu den grössten Herausforderungen, mit denen die Menschheit je konfrontiert war. Die heute getroffenen Entscheidungen bestimmen die Lebensbedingungen der heutigen und der künftigen Generationen. Die Folgen unserer Treibhausgasemissionen und der Schädigung der Ökosysteme werden noch Jahrhunderte, ja Jahrtausende spürbar sein, weit über unsere Zeit hinaus.

Und es ist ja nicht so, als hätten wir es nicht gewusst! (auf Französisch)

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Die Erde vom Weltraum aus gesehen
Credit: NASA / Apollo 11 Crew / Project Apollo Archive / Justin Cowart

Diese Umwälzungen zu verstehen, ist nicht immer einfach. Das wissenschaftliche Wissen entwickelt sich rasch, die Informationen sind zahlreich und teilweise widersprüchlich, während Vorurteile und Desinformation die Verwirrung nähren. Wie unterscheidet man Fakten von Meinungen? Wie lässt sich das tatsächliche Ausmass der beobachteten Phänomene einschätzen? Wie antwortet man auf die Fragen oder die Skepsis von Angehörigen, Kolleginnen und Kollegen oder Freunden?

Das Ausmass der Herausforderung kann auch entmutigen oder das Gefühl wecken, es sei zu spät, um zu handeln. Die Forschung zeigt jedoch, dass ein grosser Teil unserer Zukunft noch von den heute getroffenen Entscheidungen abhängt. Wer die Zusammenhänge besser versteht, kann die wirksamsten Massnahmen erkennen, abschätzen, was noch bewahrt werden kann, und im eigenen Rahmen zum Wandel der Gesellschaft beitragen. Niemand muss allein handeln: Zahlreiche Vereine, Kollektive und Initiativen bieten die Möglichkeit, sich zu engagieren, sich auszutauschen und gemeinsam zu handeln.

Diese Website will informieren, erklären, wissenschaftliches Wissen allen zugänglich machen und den Kontakt zu Menschen erleichtern, die handeln möchten.

Warum die Schweiz?

Auch wenn die Schweiz nur einen kleinen Teil der weltweiten CO₂-Emissionen verursacht, trägt sie eine besondere Verantwortung: Ihr Lebensstandard, ihr konsumbedingter CO₂-Fussabdruck, ihre finanziellen und technologischen Mittel sowie ihr politischer und wirtschaftlicher Einfluss verleihen ihr einen grossen Handlungsspielraum. Die Schweiz kann die Klimakrise natürlich nicht allein lösen, aber sie muss ihren Teil beitragen, zumal kein weltweiter Wandel möglich ist, wenn jedes Land darauf wartet, dass die anderen zuerst handeln (weiterlesen: Warum die Schweiz? (auf Französisch)).

Das Ziel

  • Daten aus den neuesten wissenschaftlichen Studien darlegen.
  • Informationen an einem einzigen Ort bündeln.
  • Wer das Thema neu entdeckt, soll sich schrittweise damit vertraut machen können.
  • Die Möglichkeit bieten, ein Thema oder einen Themenbereich zu vertiefen.
  • Den Zugang zu Fakten, Zahlen und Quellen erleichtern, um Gespräche mit Angehörigen, Kolleginnen und Kollegen oder einem vielfältigen Publikum zu unterstützen.
  • Menschen unterstützen, die ihr Wissen vertiefen, bestehenden Gruppen beitreten oder sich in Vereinen engagieren möchten.

Wie?

  • Kurze, allgemein verständliche und regelmässig aktualisierte Themenblätter erleichtern den Einstieg in jedes Thema.
  • Jedes Themenblatt enthält Links zu weiteren Themenblättern, wissenschaftlichen Studien, Presseartikeln, Videos und anderen Quellen, um die Themen zu vertiefen.
  • Die Artikel werden vor der Veröffentlichung von einem Lektoratsausschuss aus mehreren Mitwirkenden geprüft, um ihre Qualität, ihre wissenschaftliche Genauigkeit und ihre Verständlichkeit sicherzustellen.

Wer?

  • Wir sind Menschen mit einer Ausbildung oder Tätigkeit im Bereich der Wissenschaft oder mit einem vertieften Interesse an den behandelten Themen.
  • Mehrere Mitwirkende sind zudem Mitglieder von Vereinen, die sich für Klima, Umwelt und soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Für wen?

  • Diese Website richtet sich an alle: breite Öffentlichkeit, Medienschaffende, Studierende, Schülerinnen und Schüler, Aktivistinnen und Aktivisten, Gewählte, politisch Verantwortliche, Lehrpersonen, Juristinnen und Juristen sowie alle Neugierigen.
  • Sie steht auch allen Fachleuten und Interessierten offen, die ein Klima- oder Umweltthema nach der vorgegebenen Struktur der Themenblätter bearbeiten oder einen Artikel für den Blog vorschlagen möchten.

Blog und Chroniken

  • In den Rubriken Blog und Chroniken können bestimmte Themen freier behandelt werden. Die Autorinnen und Autoren können dort persönliche Analysen, Überlegungen oder Stellungnahmen äussern, die klar von den Themenblättern getrennt sind.
  • Die Themen müssen mit Klima, Umwelt oder damit verbundenen Fragen zu tun haben: Energie, Gesundheit, Psychologie, Philosophie, Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Biodiversität, Anpassung, öffentliche Politik usw.
  • Die Beiträge müssen die üblichen Regeln der öffentlichen Debatte einhalten: Sorgfalt, Respekt gegenüber Personen, keine beleidigenden, diskriminierenden, rassistischen, verleumderischen oder vulgären Äusserungen.

Häufige Fragen

Kurzfassungen ausgewählter Antworten aus unserer FAQ. Die vollständigen Antworten mit Quellen finden Sie auf Französisch.

«Das ist doch Alarmismus»

Nein. Die seit den 1970er-Jahren veröffentlichten Klimaprojektionen haben sich insgesamt als zutreffend erwiesen, und die Erwärmung in der Schweiz ist besonders ausgeprägt: Laut MeteoSchweiz ist es hier bereits rund 2,9 °C wärmer als in der vorindustriellen Zeit (1871–1900), etwa doppelt so viel wie im weltweiten Durchschnitt. Auch die internen Prognosen von Exxon aus den Jahren 1977 bis 2003, lange geheim gehalten, waren laut einer 2023 in Science veröffentlichten Studie ebenso genau wie unabhängige wissenschaftliche Modelle. Vollständige Antwort (auf Französisch)

«In der Schweiz riskieren wir nicht viel»

Die Risikoanalyse des Bundes zu den Folgen des Klimawandels in der Schweiz stellt die Gesundheit der Bevölkerung und die Biodiversität an die erste Stelle der betroffenen Bereiche. Die wenigen erwarteten Vorteile sind gering (tiefere Heiz- und Strassenunterhaltskosten, etwas höhere Erträge bei gewissen Kulturen); die grosse Mehrheit der Indikatoren (28 von 34) verschlechtert sich. Nicht berücksichtigt sind dabei die Folgen von Risiken im Ausland und das gleichzeitige Auftreten mehrerer Risiken. Vollständige Antwort (auf Französisch)

«Die Wissenschaft ist sich nicht einig»

Die öffentliche Debatte über den menschengemachten Klimawandel wurde weitgehend von der fossilen Industrie geschürt, mit denselben Methoden, die zuvor die Tabakindustrie angewandt hatte («Händler des Zweifels»). In der Sache ist die wissenschaftliche Debatte abgeschlossen: Die aktuelle Erwärmung ist auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Vollständige Antwort (auf Französisch)

«Das Wetter war schon immer launisch»

Wetter und Klima sind nicht dasselbe. Das Wetter beschreibt die kurzfristigen Bedingungen, die von Jahr zu Jahr stark schwanken können; das Klima wird über mehrere Jahrzehnte gemessen. Im Mittel über Jahrzehnte steigen die Temperaturen der Luft und der Ozeane deutlich und sehr schnell. Gemessen an dem, was über die letzten Jahrtausende bekannt ist, ist eine so rasche Erwärmung beispiellos. Der Rückgang der Gletscher zeigt es deutlich. Vollständige Antwort (auf Französisch)

«Schuld sind die Sonne, die kosmische Strahlung oder die Vulkane»

Diese Phänomene sind bekannt und werden unabhängig gemessen. Keines davon, weder allein noch zusammen, erklärt den raschen und stetigen Temperaturanstieg seit Beginn des Industriezeitalters. Vulkanausbrüche kühlen das Klima eher vorübergehend ab, und in den letzten Jahrzehnten hat ihre Aktivität nicht zugenommen. Die CO₂-Konzentration hingegen ist von rund 280 ppm um 1850 auf über 400 ppm gestiegen – ein Anstieg, der sich nur durch menschliche Emissionen erklären lässt, insbesondere durch die Verbrennung fossiler Energien. Zu diesem Schluss kommen die Berichte des Weltklimarats (IPCC). Vollständige Antwort (auf Französisch)

«China und die USA müssen reduzieren, wir sind ein kleines Land»

Die Schweiz ist klein, was ihre Bevölkerung betrifft, aber sie ist der weltweit grösste Standort für grenzüberschreitende Vermögensverwaltung und ein wichtiger Rohstoffhandelsplatz. Über Pensionskassen und die Nationalbank finanzieren die von der Schweiz aus verwalteten Gelder in grossem Umfang fossile Energien; nach einer Schätzung verursachen diese Investitionen rund zwanzigmal mehr CO₂ als die inländische Produktion. Pro Kopf gehört die Schweiz, wenn man die indirekten Emissionen mitzählt, zu den grössten Verursachern und trägt deshalb eine besondere Verantwortung. Vollständige Antwort (auf Französisch)

«Wir werden doch nicht an der Hitze sterben!»

In manchen Regionen der Welt leider buchstäblich. Der Körper kühlt sich durch Schwitzen ab, doch wenn die Luft zu heiss und zu feucht ist, funktioniert das nicht mehr. Die Feuchtkugeltemperatur misst diese Grenze: Theoretisch gelten 35 °C als Überlebensgrenze, Labormessungen zeigen jedoch, dass sie bei jungen, gesunden Erwachsenen eher bei rund 31 °C liegt, bei älteren oder kranken Menschen noch tiefer. Solche Bedingungen werden immer häufiger und länger auftreten, vor allem in den Tropen, und bedrohen Millionen von Menschen ohne Zugang zu Klimaanlagen, etwa in Indien, Pakistan, Nigeria oder Indonesien. Vollständige Antwort (auf Französisch)

«Was können wir jetzt tun?»

Es braucht Massnahmen auf allen Ebenen: individuell, in der Gemeinde, im Kanton und im Bund. Konkret: die eigene Pensionskasse auffordern, aus fossilen Investitionen auszusteigen, sich über die Klimafragen weiterbilden, sich in Kollektiven engagieren (Klimastreik, Extinction Rebellion, Grands-Parents pour le Climat …) und sich auf die Vorschläge des Beratenden Organs für Fragen der Klimaänderung oder den Massnahmenkatalog des Klimastreiks stützen. Dazu gehört auch, unsere Werte zu überdenken: Immer mehr zu konsumieren macht nicht glücklich und ist mit den Grenzen des Planeten nicht vereinbar. Vollständige Antwort (auf Französisch)

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